Bava Kamma 21

Kapitel 21

א יביא עדים שנטרפה באונס ופטור אבא שאול אומר יביא עדודה לב"ד
1 er bringe Zeugen, daß es unverschuldet zerrissen worden ist, und er ist ersatzfrei. Abba Šaúl erklärte: Er bringe das Aas aufs Gericht.
ב מאי לאו בהא קמיפלגי דמר סבר פחת נבילה דניזק הוי ומר סבר דמזיק הוי
2 Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, der Geschädigte habe die Wertminderung des Aases zu tragen, und einer ist der Ansicht, der Schädiger habe sie zu tragen. —
ג לא דכ"ע דניזק והכא בטורח נבילה קמיפלגי
3 Nein, alle sind der Ansicht, der Geschädigte habe sie zu tragen, und sie streiten über die Befassung mit dem Aase.
ד והתניא אחרים אומרים מניין שעל בעל הבור להעלות שור מבורו ת"ל (שמות כא, לד) כסף ישיב לבעליו והמת
4 Es wird nämlich gelehrt: Manche sagen: Woher, daß der Eigentümer der Grube das Aas aus seiner Grube hervorzuholen hat? Es heißt:<i>Geld soll er dem Eigentümer ersetzen und das tote</i>.
ה אמר ליה אביי לרבא האי טורח נבילה ה"ד
5 Abajje sprach zu Raba: Von welchem Falle wird hier von der Befassung mit dem Aase gesprochen:
ו אילימא דבבירא שויא זוזא ואגודא שויא ארבע כי טרח בדנפשיה טרח
6 wollte man sagen, wenn es in der Grube einen Zuz und am Rande vier wert ist, so bemüht er sich ja für sich selbst!?
ז א"ל לא צריכא דבבירא שויא זוזא ואגודא נמי שויא זוזא
7 Dieser erwiderte: In dem Falle, wenn es in der Grube einen Zuz und am Rande ebenfalls einen Zuz wert ist. —
ח ומי איכא כה"ג אין דהא אמרי אינשי כשורא במתא בזוזא כשורא בדברא בזוזא
8 Kommt dies denn vor!? — Freilich, die Leute pflegen zu sagen: ein Balken in der Stadt für einen Zuz und ein Balken im Walde für einen Zuz.
ט אמר שמואל אין שמין לא לגנב ולא לגזלן אלא לנזקין ואני אומר אף לשואל ואבא מודה לי
9 Šemuél sagte: Man schätze weder beim Diebstahl noch beim Raube, sondern nur bei Schädigungen; ich aber sage, auch beim Entliehenen, und Abba pflichtet mir bei.
י איבעיא להו ה"ק אף לשואל שמין ואבא מודה לי או דלמא ה"ק ואני אומר אף לשואל אין שמין ואבא מודה לי
10 Sie fragten: Meint er es: auch beim Entliehenen schätze man, und Abba pflichtet mir bei, oder aber: ich sage, auch beim Entliehenen schätze man nicht, und Abba pflichtet mir bei? —
יא ת"ש דההוא גברא דשאיל נרגא מחבריה תברה אתא לקמיה דרב א"ל זיל שלים ליה נרגא מעליא ש"מ אין שמין
11 Komm und höre: Einst lieh jemand von seinem Nächsten eine Axt und er zerbrach sie; als er darauf vor Rabh kam, sprach dieser zu ihm: geh und bezahle ihm eine gute Axt. Schließe hieraus, daß man nicht schätze. —
יב אדרבה מדאמרי ליה רב כהנא ורב אסי לרב דינא הכי ושתיק ש"מ שמין
12 Im Gegenteil, R. Kahana und R. Asi sprachen darauf zu Rabh: ist dies das Gesetz? Und er schwieg. Demnach ist hieraus zu schließen, daß man wohl schätze.
יג איתמר אמר עולא א"ר אלעזר שמין לגנב ולגזלן רב פפי אמר אין שמין הלכתא אין שמין לא לגנב ולא לגזלן אבל לשואל שמין כדרב כהנא ורב אסי
13 Es wurde gelehrt: U͑la sagte im Namen R. Elea͑zars, man schätze beim Diebstahl und beim Raube; R. Papi sagte, man schätze nicht. Die Halakha ist, man schätze nicht beim Diebstahl und beim Raube, wohl aber schätze man beim Entliehenen, nach R. Kahana und R. Asi.
יד ואמר עולא א"ר אלעזר שליא שיצתה מקצתה ביום ראשון ומקצתה ביום שני מונין לה מן הראשון
14 Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Wenn die Eihaut zum Teil an einem Tage und zum Teil am folgenden Tage hervorgekommen ist, so beginnt die Zählung [der Unreinheitstage] mit dem ersten Tage.
טו א"ל רבא מה דעתך לחומרא
15 Raba sprach zu ihm: Du glaubst wohl, dies sei erschwerend,
טז חומרא דאתי לידי קולא הוא דקא מטהרת לה מראשון
16 es ist aber eine Erschwerung, die auf eine Erleichterung herauskommt, denn auch die Reinheit beginnt einen Tag früher.
יז אלא אמר רבא לחוש חוששת מימנא לא ממניא אלא לשני
17 Vielmehr, sagte Raba, man berücksichtige dies zwar, die Zählung aber beginne man erst mit dem zweiten. —
יח מאי קמ"ל דאין מקצת שליא בלא ולד תנינא שליא שיצתה מקצתה אסורה באכילה סימן ולד באשה סימן ולד בבהמה
18 Er lehrt uns also, daß es keinen Teil der Eihaut ohne Geburt gebe, und dies haben wir ja bereits gelernt: eine Eihaut, die zum Teil hervorgekommen war, ist zum Genusse verboten; diese ist ein Kennzeichen der Geburt sowohl bei einem Weibe als auch bei einem Tiere. —
יט אי ממתני' הוה אמינא
19 Wenn nur die Mišna, so könnte man glauben,